Neudenau Tag der offenen Tür in der Tagesstätte Mauseloch

Kinder erleben die Natur als Waldmäuse
Neudenau Tag der offenen Tür in der Tagesstätte Mauseloch: Waldgruppe als Neuheit
Von Rudolf Landauer

Bild HSTDie Erzieherinnen Melanie Walch und Sabine Rabe (von rechts) sind glücklich über ihr Paradies in der Natur. Leon und Paul auch.Foto: Rudolf Landauer
In ein Mauseloch schlupfen möchte man schon mal, wenn etwas Unangenehmes passiert. In Neudenau gibt es die Kindertagesstätte „Mauseloch“, und dort ist es tatsächlich so. Kinder schlüpfen hier gerne in „ihr“ Mauseloch und fühlen sich pudelwohl.
Verein Die Neudenauer Einrichtung hat nahezu Modellcharakter. Der Wunsch nach Vereinbarkeit von Familie und Beruf hat im Jagsttalstädtchen dazu geführt, dass Eltern nicht wie häufig üblich Forderungen an die öffentliche Hand stellten. Vielmehr beschloss eine Gruppe beherzter Mütter und Väter vor sechs Jahren, selber aktiv zu werden. Sie gründeten 2008 den Verein Mauseloch. An der Siglinger Straße fanden sie ein geeignetes Domizil, das sie pachten konnten.
Die Einrichtung entwickelte sich zu einem Erfolgsmodell. Die Einrichtung Mauseloch präsentierte sich jetzt der Öffentlichkeit mit einem Tag der offenen Tür. Neben einem guten Unterhaltungsprogramm gab es Informationen über die Tagesstätte mit Betreuungszeiten und auch zur Philosophie.
Das Mauseloch hatte auch eine Neuigkeit vorzustellen: „die Waldmäuse“. Der Name verrät es, die Mauseloch-Kinder halten sich dort weitgehend in freier Natur auf. Die erfahrene Naturlehrerin und Erzieherin Melanie Walch betreut sie und bringt ihnen das Spielen in Wald und Flur nahe. Waldmäuse-Kinder sollen ihre seelischen und geistigen Fähigkeiten in enger Beziehung zur Umwelt entwickeln und die Natur in einer fröhlichen Atmosphäre erkunden, sagte sie. Die Vorsitzende des Vereins Mauseloch, Simone Blees, freute sich, das stolze Ergebnis einer beispielhaften Solidarleistung der Elternschaft zeigen zu können. Das Sahnestückchen ist die neue Gruppe „Waldmäuse“. Simone Blees: Wir sind die erste Kita in der Region, die einen Waldkindergarten mit einer Ganztagesbetreuung kombiniert“, sagte sie stolz.
Bewegung Hinter dem Kinderhort steigt das Gelände steil an, und dort hinauf haben Eltern und Gönner einen Serpentinenweg gebaut. Morgens zieht die Naturlehrerin und Erzieherin Melanie Walch mit ihren Kindern hinauf zum Basislager, einer ehemaligen Weinberghütte. Den ganzen Vormittag verbringen sie in freier Natur treffen sich zunächst am runden Sammelplatz, begrüßen sich und singen ein Lied. In der Natur würden sich die Vielfalt und Möglichkeiten für Bewegung bieten, die die Entwicklung der Sprachfähigkeit und des Denkvermögens begünstige: „Je mehr Möglichkeiten Kinder zum Bewegen haben, desto größer ist ihr Lernvermögen, und desto ausgeglichener ist ihre Psyche“, ist sich Melanie Walch sicher. Die Stadt Neudenau beteiligt sich an den Betriebs- und den Baukosten in diesem Jahr mit mehr als 300 000 Euro.