Waldmäuse

FußSeit 1. April 2014 können unsere Kindergartenkinder vormittags in unserem Waldkindergarten betreut werden.

Tagesablauf

Die Kinder können ab 7 Uhr in die KiTa gebracht werden. Dort wird noch gemeinsam, mit den anderen Kindern der Mäusegruppe, gefrühstückt.
Der Tag im Wald beginnt um 08.30 Uhr. Die Erzieherin holt die schon anwesenden Kinder in der Mäusegruppe ab und geht mit diesen in den Garten, dort wartet die andere Erzieherin auf Kinder, die um 08.30 Uhr kommen und nimmt diese in Empfang. Gemeinsam gehen wir los, erster Anlaufpunkt ist unsere Hütte. Der Weg geht hinter dem Haus nach oben zu unserem Platz. Er wird jeden Tag erneut eine Entdeckungsreise, die bei den Kindern mehr oder weniger Zeit in Anspruch nimmt. Am Platz angekommen, treffen sich alle zum Morgenkreis. Wir begrüßen uns mit einem Lied, stellen fest wer heute da ist, welcher Tag heute ist. Dann wird besprochen, was jeder für den Tag geplant hat und welche Angebote es für die Kinder gibt. Gegen ca. 10 Uhr gibt es für die Kinder einen Snack (Obst- und Gemüsesticks) , Getränke (Wasser&Tee) stehen den Kindern immer zur Verfügung. Sitzunterlage gibt es vor Ort, genauso wie Wasser, Seife und für jedes Kind ein Handtuch. Je nach Planung gibt es zwischen 9 – 12 Uhr Zeit zum freien Spiel, Zeit für Projektarbeit oder auch gemeinsame oder einzelne Aktivitäten. Es gibt verschiedene Materialien, die die Kinder nutzen können, wie z.B. Hammer, Schaufel, Besen…usw., aber auch auf Bücher und Malsachen sollen die Kinder nicht verzichten müssen. Gegen 12 Uhr verlassen wir den Platz und kehren zum Haus zurück, dort essen wir noch gemeinsam zu Mittag. Dies werden wir getrennt von der „Hausgruppe“ tun, in der Halle stehen uns Tische und Stühle, wie auch Toilette und fließend Wasser zur Verfügung. Wir können uns noch über den gemeinsamen Tag unterhalten und gemeinsam Zähne putzen, dann werden die Kinder die nachmittags noch betreut werden, in die Mäusegruppe übergeben. Die Kinder, die um 13 Uhr nach Hause gehen, können dann direkt in der Halle abgeholt werden. Bild HSTPädagogische Ziele

Inhalt unseres pädagogischen Konzepts, dessen Ansatz sich an den Jahreszeiten orientiert:
Die Jahreszeiten bestimmen die Themen, die sich in Geschichten, Liedern, Bastelmaterialien, Spiele, Experimente und in Gesprächen wieder finden lassen.
Dazu gehören z.B. Tiere und Pflanzen, der Kreislauf der Natur, Aneignung von Wissen über Wachstum, Nahrung für Pflanzen und Tiere, Veränderungen im Jahreslauf z.B. Länge von Tag und Nacht, Möglichkeiten im Freien.

  1. Das Kind empfindet die Jahreszeiten hautnah: Frühling, Sommer, Herbst und Winter in ihren sehr unterschiedlichen, typischen Erscheinungsformen. Der Aufenthalt im Freien zu jeder Jahreszeit stärkt das Immunsystem. Sonne, Wind, Regen und Schnee zu spüren weckt die Lebendigkeit und fordert die Kinder heraus, darauf zu reagieren. Unerwartete herausfordernde Situationen fördern Flexibilität und Mut. →erste wärmende Sonnenstrahlen, das Erblühen der Blumen, dunkle Wolken mit einsetzendem Regen, die Schönheit eines Regenbogens.
  2. Die Kinder bewegen sich frei und spontan in der Natur. Sie erfahren dadurch die Möglichkeiten und Grenzen ihrer eigenen Körperlichkeit. In der Natur bietet sich die größtmögliche Vielfalt an Bewegungsanlässen und Möglichkeiten. Bewegung begünstigt die Entwicklung der Sprachfähigkeit und des Denkvermögens. Je mehr Möglichkeiten Kinder zum Bewegen haben, desto größer ist ihr Lernvermögen und desto ausgeglichener ist ihre Psyche.  →Laufen auf unwegsamen Gelände, Balancieren auf Baumstämmen, Klettern, Büsche zum Verstecken, Hänge zum Robben.
  3. Das Tätig sein mit und in der Natur bietet dem Kind alle Möglichkeiten die eigene Phantasie einzusetzen und zu entwickeln. → ein umgefallener Baumstamm wird zum Schiff, ein Ast wird zum Bohrer oder zum Zauberstab, Tannenzapfen sind Figuren. Es gibt kein vorgefertigtes Spielzeug. Neugierde und der Wunsch auszuprobieren werden geweckt.
  4. Naturwissenschaftliches Grundverständnis ( Baum-Tier-Pflanzenkunde, Wetterkunde, Geologie, Naturgefahren) →auf Wolken und Wind achten, sich in der Umgebung auskennen, Tiere und Pflanzen benennen, visuelle und akustische Eindrücke besprechen, Naturgefahren können sein: Tiere, Wetter, Gelände, Pflanzen, diese Aspekte immer im Blick haben.
  5. Stille wird erfahrbar, Sensibilisierung für die Stimmen der Natur →sie hören raschelndes Herbstlaub, beobachten eine Biene die Blütenstaub sammelt, das Plätschern eines Bächleins, das Zwitschern der Vögel, das Zirpen der Grillen.
  6. Alle Sinne werden angesprochen, die Natur bietet Sinneswahrnehmungen auf die vielfältigste Art. Kinder lernen anders als Erwachsene, sie müssen die Dinge der Welt berühren, anschauen und „erleben“ um sie zu „begreifen“. Sinn für Schönheit und Einzigartigkeit: einzigartig gewachsene Bäume, Artenvielfalt der Vögel, Schmetterlinge und Pflanzen, schillernde Tautropfen, Das Wunderwerk einer Spinne in ihrem Netz, tanzende Schneeflocken.
    • Sehen → die bunten Herbstblätter, der Ameisenhaufen, die grauen Wolken
    • Hören →die Stille lässt die Kinder lauschen, die raschelnden Blätter, die                    Vogelstimmen, der Wind in den Bäumen, der prasselnde Regen
    • Riechen→ der moosige Waldboden, die Blumen auf der Wiese, der harzige Ast oder frisch geschlagenes Holz
    • Schmecken → Walderdbeeren, Löwenzahn (sorgfältig waschen/abkochen)
    • Fühlen Hartes und Weiches, Glattes und Raues, Trockenes und Nasses, die haarige Raupe, der raue Tannenzapfen, die feinen Blütenblätter, die stacheligen Sträucher
  7. Das „Verweilen können“ bei einer Tätigkeit, bei einer Beobachtung – entsprechend dem individuellen, subjektiven Bedürfnis des Kindes – schafft intensive Erfahrungs-, Erinnerungs- und Identifizierungswerte →ein Kennzeichen unserer Zeit ist es leider das „keine Zeit haben“, wie wertvoll dagegen ist es „Zeit zu haben“ zum beobachten des Ameisenhügel, zum Steinchen sammeln, zum täglichen Spielen und Neuentdecken.
  8. Freies Spiel: Je natürlicher das Spielmaterial, desto größer wird das Kind wachsen. In der Natur findet man nie 2-mal das gleiche. Verwendung von unbearbeitendem Naturmaterial fördert höchste Spielkreativität des Kindes →gespielt wird mit Naturmaterial, d.h. sie kommen mit lebendigem Material in Berührung, das vergänglich und veränderbar ist. Bewegungsbaustelle Natur
  9. „Ich schütze was ich liebe“, das ist die beste Grundlage für ein auch in späteren Jahren noch wirkendes, tiefes Verständnis für die Umwelt und den Respekt vor jedem Lebewesen → Die Achtung vor der Natur vermittelt Verantwortung. Die Kinder werden mit Baumkrankheiten, mit dem Aussterben bedrohter Tiere und Pflanzen, mit herumliegendem Müll konfrontiert. Durch das unmittelbare Erleben der Ereignisse erwächst ein ökologisches Bewusstsein, das wir in der heutigen Zeit dringend brauchen.

 Damit sind wir die erste KiTa in der Region, die einen Waldkindergarten mit einer Ganztagesbetreuung kombiniert.

Geleitet wird der Waldkindergarten von Melanie Walch, die bereits langjährige Erfahrung im Bereich des Waldkindergartens gesammelt hat.

Wald